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STRATOS #2: Geschäftsmodellierung

Sensitivitätsanalyse

Sensitivitätsanalyse in Anlehnung an Prof. Vester

Für die branchenübergreifende Betrachtung war aufgrund der Komplexität die Ursache-Wirkungskettenanalyse unzureichend. Hierfür wurde in vereinfachter Form die Sensitivitätsanalyse nach Prof. Vester, Malik Management Zentrum St. Gallen, angewendet. Das Modell beschreibt nicht nur welche, sondern auch wie die Faktoren verbunden sind. Das hilft, Eigenschaften und Entwicklungs-möglichkeiten des Gesamtsystems zu erkennen. Die sogenannte Aktivsumme gibt an, wie stark sich ein Faktor auf alle anderen Faktoren auswirkt. Die Passivsumme hingegen gibt Auskunft darüber, wie empfindlich der Faktor auf Veränderungen im System reagiert. Das Verhältnis von Aktiv- zu Passiv-summen spiegelt den aktiven bzw. reaktiven Charakter eines Faktors wider. Dabei werden vier Faktorenarten unterschieden.

 

  • Kritische Faktoren sind als Motoren im System geeignet. Sie haben eine starke Wirkung auf das System und werden vom System ebenso stark beeinflusst.

 

  • Aktive Faktoren sind als Steuerungsinstrument geeignet. Sie haben eine starke Wirkung auf das System und werden gleichzeitig von den übrigen Faktoren nicht stark beeinflusst.

 

  • Reaktive Faktoren sind primär als Systemindikator geeignet. Sie haben selber eine geringe Wirkung auf das System, werden aber vom System stark beeinflusst.

 

  • Träge Faktoren charakterisieren sich sowohl durch geringe Wirkung als auch durch geringe Beeinflussbarkeit. Sie können deshalb gezielt in Regelkreisen eingebunden werden, um eine stabilisierende Wirkung zu erreichen.

 

Sensitivitätsanalyse Angebot

Es wurden je ein Sensitivitätsmodell für die Nachfrageseite und eines für die Angebotsseite erarbeitet. Dabei wurde ein angebotsgetriebenes System angenommen. Diese Annahme ist wenig relevant, da eine nachfragegetriebene Annahme zu ähnlichen Erkenntnissen führt.

Das Sensitivitätsmodell zeigt, dass die Faktoren Beherbergung, Gastronomie und Transport die Systemmotoren sind. Die einzelnen Faktoren wurden aus den Geschäftstreibern der verschiedenen Ursache-Wirkungsketten abgeleitet. Gesteuert wird das System jedoch anhand der natürlichen Angebotsfaktoren, der soziokulturellen Angebotsfaktoren und des Kulturangebots. Sie haben eine starke Systemwirkung, werden aber eher weniger von den übrigen Faktoren beeinflusst. Zu Systemindikatoren gehören das Ski- & Alpinangebot, das Wanderangebot, das Unterhaltungsangebot sowie das Erholungs- und Kurangebot. Das übrige Sport- und Freizeitangebot, die gesellschaftlichen Angebotsfaktoren oder das Arbeits- und Bildungsangebot gehören zu den stabilisierenden Faktoren.

 

 

Sensitivitätsanalyse Nachfrage

Da man bei der Sensitivitätsanalyse von einem angebotsgetriebenen System ausgegangen ist, erscheint das touristische Angebot als Motor für die Nachfrage. Die touristische Nachfrage wird von Ferienzeiten, dem Kundensegment, dem Reisemotiv und der Saison gesteuert. Faktoren wie Logiernächte, Aufenthalts-dauer, Gästetreue und Destinationsmanagement sind reaktive Faktoren resp. Indikatoren. Anhand dieser Indikatoren kann abgeleitet werden, ob das System sich positiv oder negativ entwickelt, es liefert aber keine Erklärung hierfür. Um das System zu analysieren oder zu steuern, muss man sich auf die kritischen und aktiven Faktoren konzentrieren. Das Herkunftsland, der Angebotspreis der Konkurrenz oder der eigene Angebotspreis sind die Stabilisatoren im System.

 

 

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